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  • AutorenbildClaudia Mader

Wenn Bäume zerstört werden...

Aktualisiert: 1. Mai 2023

Liebe Baumfreunde, wie im letzten Beitrag ausgeführt können Bäume zwar ihre Wunden verschließen, sind jedoch die Verletzungen zu groß, ist der Baum dazu nicht mehr in der Lage.

Heute geht es um den radikalen Rückschnitt von Bäumen, um das komplette Absetzen von Baumkronen, um das Verstümmeln von Bäumen.

Bei dieser vermeintlichen "Baumpflegemaßnahme" wird der Baum bis tief in den Holzkörperbereich zurückgeschnitten. Das kann mit einer Baumzerstörung gleichgesetzt werden.

Bedauerlicherweise kommt es immer noch zu oft vor, und deshalb möchte ich verständlich machen, warum es nicht richtig ist und was dabei mit den Bäumen passiert.

Obwohl Bäume je nach Art unterschiedlich auf eine Kronenkappung reagieren, ist die Zerstörung durchwegs dieselbe. Die großflächigen Wunden führen zu einer Fäuleentwicklung, die sich unvermeidbar in den Stamm fortsetzt. Schaderreger und Pilze können ungehindert eintreten.

Ein Baum verliert dabei nahezu die gesamte Blattmasse, die überwiegend seine Versorgung sicherstellt. Zwischen Krone und Wurzeln besteht eine gegenseitige Beziehung. Das Gleichgewicht dieser Beziehung wird vollkommen zerstört, und führt unweigerlich zum Absterben von Wurzeln.

Folgeschäden führen laufend zu enormen Problemen der Stand- und Bruchsicherheit.

Dem Baum wird seine Versorgung genommen, und dadurch ist er massiv geschädigt.

Er ist gezwungen seine Reserven für den Wiederaustrieb zu verbrauchen, um seine Versorgung schnellstmöglich wieder herzustellen.

Seine Lebenserwartung und auch die Verkehrssicherheit werden erheblich gesenkt.

Ein erhöhter Pflegeaufwand ist jährlich erforderlich, um den Baum wieder in einen verkehrssicheren Zustand zu versetzen.

Abgesehen davon ist das arttypische Erscheinungsbild gänzlich ruiniert, und kann auch nicht mehr in seine ursprüngliche Form aufgebaut werden.

Es gibt nur sehr wenige Gründe einen Rückschnitt diesen Ausmaßes zu rechtfertigen. Zum Einen, wenn ein Baum schwer geschädigt ist und trotzdem noch erhalten werden soll, kann es zur Herstellung der Verkehrssicherheit notwendig sein die Krone sehr stark einzukürzen. Ein derartiger Kronensicherungsschnitt ist aus Beweggründen des Artenschutzes und Erhaltung eines sogenannten Habitatbaumes vertretbar.

Zum Anderen ist es aus Gestaltungsgründen mitunter von vornherein gewünscht sogenannte Kopfbäume auszubilden. Dieser Formschnitt wird bereits in frühen Jahren begonnen und regelmäßig aufgebaut.

Darüber hinaus gibt es keinen weiteren vertretbaren Grund Bäume so unsachgemäß zu behandeln.

Die Bedürfnisse des Menschen und jene des Baumes lassen sich durchaus aufeinander abstimmen, durch Baumpflege von geschulten und kompetenten Fachkräften.

Bäume sind Lebewesen die an ihren Standort fest gebunden und verwurzelt sind. Sie sind uns und ihrer Umwelt im wahrsten Sinne ausgeliefert.

Liebe Baumfreunde, lasst uns unsere Bäume würdevoll und ihrer Art entsprechend behandeln und dieses Bewusstsein in die Welt tragen.

Sie waren lange vor uns da, und werden uns noch um ein Vielfaches länger überdauern.



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